Wechseljahre beginnen nicht mit Hitzewallungen
- Phoebe Bostan-Engel
- 12. Mai
- 4 Min. Lesezeit

Ich erinnere mich an einen Abend. Einen, der war wie viele anderen zuvor auch: Abendessen, Quatsch, viel Kinderlachen am Tisch. Bis es mir zu laut wurde. Zu viel Quatsch. Zu viel von allem.
Ich bin raus vor die Tür, habe mich auf die Bank gesetzt – am ganzen Körper zitternd, erkannte mich selbst nicht wieder. Warum ging mir das so nahe? Warum konnte ich das nicht mehr ausgleichen wie all die Jahre zuvor? Warum hatte ich mein Kind angeschnauzt, das die Tragweite seines flapsigen Kommentars gar nicht begreifen konnte?
Meine Nachbarin war es, die sich an diesem Abend zu mir auf die Bank setzte und zunächst einfach nur zuhörte. Bis sie mir eine Frage stellte, die alles veränderte: Wie schläfst du?
Dann sah sie mich an und sagte: Das klingt, als wärst du in den Wechseljahren.
Ich dachte: Die spinnt.
Der Kontext, der alles überlagerte
Es war eine Zeit massiver Veränderungen. Corona. Neue Arbeit. Mein Mann dauerhaft im Ausland. Ich alleine mit unserem noch kleinen Kind. Abstand zu Familie und Freunden.
Panikattacken in Situationen, die mir früher zwar unangenehm waren, aber nie so.
Ich war unerklärlich müder als sonst. Ich nahm trotz gleichbleibender Ernährung zu. Ich war traurig, gereizt, überfordert. Mir war einfach alles zu viel.
Und weil all das aufgrund meiner Lebenssituation nachvollziehbar war, hatte ich keinen einzigen Moment daran gedacht: Das könnten die Wechseljahre sein.
Die Wechseljahre, die niemand erkennt
Die meisten Menschen denken bei Wechseljahren an Hitzewallungen, Schweißausbrüche und ausbleibende Menstruation. Diese Beschwerden sind real – aber sie kommen oft später, und sie sind selten die ersten Zeichen der Perimenopause.
Das erste Zeichen ist häufig das, was ich beschrieben habe: emotionale Destabilisierung, innere Unruhe, ein Nervensystem, das plötzlich auf Reize reagiert, die es früher problemlos verarbeitet hat. Schlafstörungen, die niemand mit einem Hormonabfall in Verbindung bringt. Stimmungsschwankungen, die wie Depression aussehen, es aber nicht zwingend sind.
Wechseljahre sagen nicht "Hallo, wir sind's". Sie schleichen sich an. Und weil die Beschwerden so unspezifisch sind, werden sie zunächst oft als Burnout, Depression oder einfach als "Stress" eingeordnet – von ÄrztInnen, von Familie und Freunden, auch von uns selbst.
Was mir damals geholfen hat – und was mir heute hilft
Als ich verstand, was los war, beruhigte mich das zunächst. Nicht weil sich die Symptome sofort besserten. Sondern weil ich aufhörte, mich selbst ständig in Frage zu stellen.
Ich fing an zu lesen, zu recherchieren, mit ÄrztInnen zu sprechen – informierter, gezielter als vorher. Ich holte mir Unterstützung, psychisch und körperlich.
Das war vor ein paar Jahren. Seitdem habe ich meinen Körper nicht repariert. Aber ich habe gelernt, ihn zu lesen. Ich versuche, ihm regelmäßiger das zu geben, was er und meine Psyche brauchen.
Warum ich das tue, was ich tue
Zu der Zeit war ich bereits systemische Beraterin und mitten in meiner Ausbildung zur ganzheitlichen Ernährungsberaterin. Ich wusste: Das, was ich hier lerne und erlebe, gehört zusammen. Ernährung, mentale Gesundheit, Stressregulation, Schlaf – das sind keine getrennten Baustellen. In den Wechseljahren erst recht nicht.
Später folgte die Ausbildung zur Expertin für ganzheitliche Frauengesundheit. Ein breiter Rahmen, der viele Aspekte der Frauengesundheit abdeckt – und der mir half, meinen Blick zu weiten.
Bald merkte ich, das reicht mir noch nicht. Ich wollte tiefergehendes, evidenzbasiertes Wissen speziell zu den Wechseljahren. Denn immer mehr der Frauen, die heute zu mir kommen, sind in der Perimenopause oder Postmenopause. Sie vermuten manchmal schon, dass "etwas hormonelles" passiert. Aber sie wissen nicht, was das konkret für ihre Ernährung, ihre Psyche, ihr Nervensystem bedeutet – und was sie tun können.
Deshalb mache ich aktuell die MenoCert-Ausbildung zur zertifizierten Wechseljahresberaterin. Eine evidenzbasierte Ausbildung, die meine bestehende Expertise in Ernährung, systemischer Beratung und Stressregulation um Themen wie z.B. Hormonwissen, Endokrinologie und Mirkonährstoffe dirket ergänzt. Diese Spezialisierung ist keine Erweiterung des Angebots. Sie ist die Zuspitzung auf das, was ich in den letzten Jahren als meinen Kernbereich erkannt habe.
Was das für meine Klientinnen bedeutet
Ich bin keine Ärztin und biete keine Hormontherapie an. Das ist auch nicht mein Bereich.
Mein Bereich ist das, was zwischen den Arztterminen passiert. Und davor. Und danach.
Wie esse ich in den Wechseljahren so, dass mein Körper bekommt, was er braucht? Wie stabilisiere ich mein Nervensystem, wenn es chronisch überlastet ist? Wie erkenne ich, was mir mein Körper sagen will – und wie reagiere ich darauf souverän statt reaktiv?
Diese und andere Fragen begleite ich. Mit fundierten Methoden, evidenzbasiert, individuell und empathisch.
Ein Wechseljahres-Programm ist in Arbeit
Ich entwickle gerade ein Beratungsprogramm speziell für Frauen in der (Peri-)Meno- und Postmenopause. Wann es startet, werde ich hier auf der Website, auf meinem Instagramprofil @phoebe_bostan_engel und in meinem Newsletter ankündigen.
Dieser Newsletter erscheint ab in ca. zwei Monaten alle zwei Wochen – ausschließlich zum Thema Wechseljahre. Lass Dich überraschen, der erste Newsletter verrät, was Dich in den weiteren erwartet.
Anmelden kannst du dich vorerst über das Kontaktformular auf meiner Website. Keine Verpflichtung, kein Verkauf. Nur Wissen.
Ich bin Phoebe Bostan-Engel, systemische Beraterin, Ernährungsberaterin und MenoCert-zertifizierte Wechseljahresberaterin (i.A.). Ich begleite Frauen in der (Peri-)Meno- und Postmenopause ganzheitlich, empathisch und evidenzbasiert.
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